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Auf der Cebit

Dieser Eintrag stammt von bruno Am 3.3.2011 @ 12:18 In Allgemein | 1 Kommentar

Jahren

Er ist 87, PC-Experte und CeBIT-Gast: Ein Treffen mit Bestseller-Autor Dieter Brunowsky.

Dieter Brunowsky ist auf der CeBIT in Hannover ein gefragter Mann

Von Fabian Mast  (Quelle “Neue Presse” Hannover)

Hannover. Streng genommen hat Hans-Dieter Brunowsky genug erlebt. Er durchpflügte im Weltkrieg die Tiefen des Ozeans in einem U-Boot, arbeitete nach einem Studium bei Shell, hielt Vorträge im Verteidigungsministerium und segelt noch im Ruhestand jährlich auf der Ostsee. Jetzt ist er 87 und steht in der Halle 2 der CeBIT. Als PC-Experte.

„Die Geschichte begann, als mir mein Enkel vor einigen Jahren seinen ausrangierten Computer schenkte“, sagt Brunowsky. Als der Senior das letzte Mal mit Computern zu tun hatte, waren diese größer als ein Schrank und fraßen noch Lochkarten. Es ist also, als ob man einen Kutscher aus dem 19. Jahrhundert in einen VW setzen würde.

Der Enkel nahm sich aber Zeit, seinem Opa alles zu erklären: Windows, den Doppelklick, Textverarbeitung. Brunowsky verstand schnell, und auch der Enkel verstand. Der Ruhestand war verschenkt, Opa konnte mehr: „Da haben wir überlegt, wir schreiben darüber ein Buch. Wie mein Enkel mir den Computer erklärt.“ Das Buch wurde zum Bestseller, Brunowsky mit damals 83 Jahren ein kleines bisschen berühmt.

Der umgängliche Rentner würde jetzt gern weitererzählen, aber Fernsehredakteur Jörg Ihßen bittet ihn beiseite – Dreharbeiten des NDR, eine Reportage über den PC-Opa. Film ab: Brunowsky in der Totalen, Brunowsky vor einem IBM-Lotus-Stand, Brunowsky von nahem. Nach einigen Minuten ist er wieder da, fasst sein Leben in Zahlen zusammen: „Seit 66 Jahren verheiratet, drei Kinder, fünf Enkel, zwei Urenkel.“ Täglich ein Spaziergang zum Markt, kein Vegetarier, der Volvo daheim steht seit 22 Jahren dort: „Funktioniert noch einwandfrei.“

Das Handy-Klingeln vom NDR-Mann unterbricht das Gespräch: Angela Merkel kommt – nicht zu Brunowsky, das wäre jetzt wohl auch zu viel des Guten, aber in die Halle 2, Kanzlerinnenrundgang. Brunowsky folgt eilig dem NDR-Tross, dann warten sie darauf, dass Merkel vorbeihuscht. Er rückt seine Krawatte zurecht, putzt die Brille, trägt Adenauer-Frisur, steht inmitten der Fotografen, die wie seine geliebten Ostseewellen in dem Gedränge umherschwappen. Ein bisschen verloren sieht er aus, aber ein verschmitztes Lächeln zeigt, dass er selbst kaum glauben kann, was das Leben so spät noch mit ihm vorhatte.



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