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Archive für 4.7.2009
Bahnhof Hannover
4.7.2009 by bruno.
Ich musste zu einer Beerdigung nach Hildesheim. Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Ehefrau wählte ich nicht meinen Volvo sondern die Bahn für diese Reise. Natürlich nahm ich einen Spartarif mit Zugbindung. Was ich dabei sparte, habe ich in Hildesheim bei dreistündigem Warten auf meinen Zug ausgegeben, denn die Beerdigung war früher beendet, als ich geplant hatte. Endlich kam mein Zug und ich stieg beim Umsteigen in Hannover ohne Verzögerung aus, um den Anschlusszug nach Hamburg auf dem gleichen Bahnsteig gegenüber zu erreichen. Aber ich war nicht auf Gleis 7, wie auf meinem Onlineticket angegeben, sondern auf Gleis 9 angekommen. Also bei 29 Grad im Schatten im schwarzen Anzug durch den Tunnel hinüber zu Gleis 8. Ein besonderer Service der Bahn, denn in der Unterfführung fand ich etwas Abkühlung. Dann den Wagenstandsanzeiger gesucht und gefunden. Aha, mein Wagen Nummer 1 steht ganz vorne im Abschnitt A ! Also tiger ich los. Die schwarze Krawatte habe ich abgenommen, das gibt etwas Luft. Im Abschnitt A angekommen erreicht uns eine Stimme aus dem Lautsprecher. Der Zug hat 30 Minuten Verspätung. Dann die nächste Durchsage: Im Ersatzzug stehen die Wagen in umgekehrter Reihenfolge. Die Wagen der 1. Klasse sind jetzt in Abschnitt A und B. Ein freundlicher Beamter bestätigt mir, mein Wagen sei jetzt am anderen Ende, von wo ich gerade im Schweiße meines Angesichts hergekommen bin. Die Passagiere der 2.Klasse machen sich mit mir auf den Weg zum andern Ende des Bahnsteigs. Transpirierend kommen uns Fahrgäste der ersten Klasse mit schwerem Gepäck entgegen. Warten. Warten. Endlich läuft der Zug ein. Ich ahne Böses. An der Spitze des Zuges ist die 2. Klasse und vor mir hält jetzt die erste! Chaos auf dem Bahnsteig. Unmöglich, mit schwerem Gepäck in den paar Minuten, die der Zug hält, von vorn wieder nach hinten zu laufen. Düster die Vorstellung, vorn einzusteigen und sich mit den Koffern durch die überfüllten Gänge zum Wagen, wo man reserviert hat, durchzuboxen. Ich steige dort ein, wo der Wagen vor mir hält. Es ist der Speisewagen. Ich bekomme das letzte Bier, dann ist es wegen der Hitze ausverkauft. Draußen ein herrlicher Gewitterregen. Aber in Hamburg ist es wieder wie in der Sahara. Und dann der letzte Schrecken an diesem Tag. Vor dem Bahnhof weit und breit keine Taxe! Als ich dann endlich eine habe und zu Hause aussteige, steht dort mein Volvo und grinst mich teuflisch an. “Hättest Du doch lieber mich genommen!”
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