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Ostergottesdienst 1939 in Estland
Dieser Eintrag stammt von bruno Am 21.4.2009 @ 21:21 In Allgemein | Keine Kommentare
Die Gemeinde steht wie immer auch beim Ostergottesdienst in der herrlich mit Ikonen und Malereien geschmückten Kirche. Sitzgelegenheiten gibt es nicht. Vorne beim Popen brennt eine große Kerze mit dem heiligen Feuer. Ein Chor schmettert in wunderbarer Harmonie seine Choräle, deren Klang an die auch bei uns bekannten Kosakenchöre erinnert. Um Mitternacht schwillt der Chorgesang zu einem furiosen Höhepunkt an, als die Geistlichkeit eine Bare mit dem Sarg Christi aus der Kirchentür trägt. Es folgen traurige Gesänge, während der Sarg mehrmals um die Kirche herum getragen wird, um schließlich geöffnet und leer wieder herein getragen zu werden.Der Pope verkündet nun der Gemeinde mit seiner tiefen Stimme: „Christus ist auferstanden!“(Christos waskrestie!) und die ganze Gemeinde jubelt im Chor zurück: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ (Waiszino waskrestie!). Und nun wird die vorher ganz dunkle Kirche langsam hell. Die ersten Gläubigen zünden ihre Kerze am heiligen Feuer an und reichen es weiter, bis jeder eine brennende Kerze in der Hand hat und die Kirche in hellem Glanz erstrahlt, während der Chor unentwegt jubelt, „Christus ist auferstanden!“
Eine besondere Sitte in der russischen Kirche ist der Osterkuss, den man mit allen Umstehenden austauscht, wobei der Küssende sagt: „Christus ist auferstanden“ und der andere antwortet: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Und das dann dreimal mit allen Umstehenden. Als Junge musste man also darauf achten, wo man bei der Zeremonie stand.
Ein unvergessliches Jugenderlebnis!
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