Archive für 17.2.2008

Tagebuch Juli 1961

Aber dann  beginnt für die Kinder und uns eine glückliche Zeit. Zweitausend Quadratmeter Freigehege zum Spielen.  Dagi beglückt uns mir einem Wollknäul von Hundebaby.  „Mutti, wenn wir den nicht behalten, wird er ertränkt.  Wer kann da nein sagen.   Hans-Dieter rettet beim Dienst in der Marineschule eine aus dem Nest gefallene junge Dohle, die unseren Kinderzoo bereichert. Zwei Kätzchen bringen die Mädchen mit.  Hühner und Enten werden angeschafft und im Garten werden Gemüsebeete angelegt.Den Hund nennen wir Moses. Er wird von Kira getauft,  die ihm dabei eine Gießkanne voll Wasser über den Kopf schüttet. Vierzehn Jahre bleibt er ein treuer Spielkamerad für die Kinder. Im Garten spielen sie mit dem Hund Verstecken. Moses muss hinters Haus.  Wenn Kira hinter einem Strauch hockt, ruft sie: „Kommen!“ Dann wetzt der clevere Kerl ins tiefe Gras und springt immer wieder in die Höhe, um einen Rundblick zu nehmen.  Kommt er zu früh hinter dem Haus hervor, heißt es: „Moses, das gilt nicht!“  Dann geht er brav noch mal zurück.Die Dohle sitzt auf meiner Schulter, wenn ich im Garten spazieren gehe. Auf das Kommando „Jakob, du musst!“, fliegt der Vogel auf einen Ast, erleichtert sich, und kommt zu mir zurück geflogen.In der Nacht schläft Jakob im Hühnerstall.  Als „Raubvogel“ hat er den Platz rechts neben dem Hahn.  Früh um sechs fliegt er zum Schlafzimmerfenster, hüpft auf den Nachtschrank und zupft mich zärtlich am Ohr. Das macht er auch, als die Großeltern uns besuchen. Großmutter liegt in meinem Bett und schläft, wie wir, bei offenem Fenster. Beim Knabbern  am Ohr ertönt ein markerschütternder Schrei durchs Haus: „Hilfe, ein Rabe!“  Jakob ergreift die Flucht und wir lachen herzlich. 

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