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Tagebuch Juli 1952

Dieser Eintrag stammt von bruno Am 16.2.2008 @ 17:55 In Allgemein | 1 Kommentar

Hans-Dieters Büro ist in Nürnberg und er fährt täglich mit einem kleinen Motorrad in die Stadt. Das gute Stück wird in einem Holzverschlag aufbewahrt, wo es ein Vorhängeschloss vor fremdem Zugriff sichert. Wie das so vorkommt, der  Schlüssel ist nicht zu finden, als er zum Dienst will. Mit schwerem Werkzeug hatte er gerade das Schloss aufgebrochen,  als ich oben hold lächelnd mit dem Schlüssel aus dem Fenster winkte!  „Ich hatte ihn in meiner Kitteltasche,  mein Duchen!“ Voller Zorn springt mein Mann auf die Maschine ohne an seinen noch offenen Mantel zu denken. Auf dem Kopfsteinpflaster der Hauptstraße zieht sich, was zu erwarten war, der Trenchcoat in die Antriebskette, das Hinterrad blockiert und er schlägt voll mit dem rechten Knie aufs Pflaster auf. Telefon hatte man damals ja nicht, also kam jemand herausgefahren, der Ralf-Dieter (damals 3 ) und mir  vom Unfall und dem Loch im Knie berichtete. Der  Knabe hörte mit großem Interesse zu. Als er zu Bett ging beendete er sein Abendgebet  mit der Fürbitte:„… Lieber Gott, beschütz Vati und Mutti und mach, dass Vati gar kein Loch mehr hat!“


1 Kommentar To "Tagebuch Juli 1952"

#1 Comment By Sigi39 On 16.2.2008 @ 16.2.2008

Dass du das alte Tagebuch deiner Frau abschreibst, finde ich ganz toll.
Ich habe 1998 auch einmal angefangen, alte Erinnerungen aufzuschreiben. Zuerst waren es nur Stichwortartige Hinweise, von früheren Erlebnissen. Dann wurden aus den Hinweisen schon langsam ganze Sätze und zum Schluss ging es dann schon richtig in Romanform weiter. Dabei habe ich das Schreiben mein Leben lang verabscheut. Ich hatte nie Lust zum Schreiben. Die täglichen Arbeitsberichte schreiben, ich war viele Jahre im Außendienst, hat fast nur mein junger Kollege gemacht. Als Überschrift meiner Erinnerungen habe ich „Meine Zeit“ genommen. Ich habe von der Kindheit an bis ca. 1960 ausführlich alles aufgeschrieben, an das ich mich erinnern konnte. Dabei sind mittlerweile über 200 Seiten, in DIN A4, Word, Arial 12, geschrieben worden. Meine Kriegserlebnisse, das mit der Bombordierung, bei der ich auch mit im Luftschutzkeller stand während das ganze Haus wackelte, habe ich noch gut in Erinnerung. Ich war damals 5 ½ Jahre alt.
Viele Grüße von Sigi39


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