Archive für 16.2.2008

Tagebuch Juli 1952

Hans-Dieters Büro ist in Nürnberg und er fährt täglich mit einem kleinen Motorrad in die Stadt. Das gute Stück wird in einem Holzverschlag aufbewahrt, wo es ein Vorhängeschloss vor fremdem Zugriff sichert. Wie das so vorkommt, der  Schlüssel ist nicht zu finden, als er zum Dienst will. Mit schwerem Werkzeug hatte er gerade das Schloss aufgebrochen,  als ich oben hold lächelnd mit dem Schlüssel aus dem Fenster winkte!  „Ich hatte ihn in meiner Kitteltasche,  mein Duchen!“ Voller Zorn springt mein Mann auf die Maschine ohne an seinen noch offenen Mantel zu denken. Auf dem Kopfsteinpflaster der Hauptstraße zieht sich, was zu erwarten war, der Trenchcoat in die Antriebskette, das Hinterrad blockiert und er schlägt voll mit dem rechten Knie aufs Pflaster auf. Telefon hatte man damals ja nicht, also kam jemand herausgefahren, der Ralf-Dieter (damals 3 ) und mir  vom Unfall und dem Loch im Knie berichtete. Der  Knabe hörte mit großem Interesse zu. Als er zu Bett ging beendete er sein Abendgebet  mit der Fürbitte:„… Lieber Gott, beschütz Vati und Mutti und mach, dass Vati gar kein Loch mehr hat!“

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